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Graz
03.05.2022

Linienoptimierung des öffentlichen Verkehrs in Istanbul mittels ÖV- Verkehrsmodell

Im Auftrag des Stadtbusbetreibers İETT hat das türkische Unternehmen ISBAK Istanbul IT and Smart City Technologies Inc. unter der Federführung des steirischen Ingenieurbüros planma ein ÖV- Verkehrsmodell, dass die Grundlage für die durchgeführte Buslinienoptimierung in Istanbul darstellt, entwickelt. Mit dem neuen effizienten und wirtschaftlichen Busliniennetz werden nicht nur Reisezeitverkürzungen für Fahrgäste erreicht sondern auch Verkehrsverlagerungen zum umweltfreundlichen ÖV erzielt. Das Projekt erhielt im Rahmen des Staatspreises Ingenieurconsulting den Sonderpreis im Jahre 2019.

Im Zeitraum von 2000 bis 2015 ist die Einwohnerzahl in Istanbul von 9 auf 15 Mill. gestiegen. Es gibt Verkehrs- und Umweltprobleme in Form von überlasteten Straßen und überfüllten ÖV- Fahrzeugen. Die Stadt Istanbul verfügt über sehr viele ÖV-Verkehrssysteme: Metro, Metrobus, Zug, Tram, Bus, Fähre, Gondel und Minibus. sowie ein komplexes Tarifsystem.

Mit einem Verkehrsmodell kann das reale Verkehrsgeschehen (z.B. Anzahl Fahrgäste in einem Bus) simuliert werden. Unter Berücksichtigung der Verkehrsnachfrage und der in Bau oder Planung befindlichen Metrolinien, werden mit dem Modell neue Buslinien ermittelt. In einem ersten Schritt im Verfahren wird die Konkurrenzfähigkeit der bestehenden Buslinienverläufe gegenüber dem hoch- und mittelrangigen ÖV ermittelt. Dazu werden bestehende Buslinien im erweiterten Verkehrsmodell hinsichtlich Auslastung der Fahrzeuge geprüft. Falls bestehende Linien eine hohe Auslastung aufweisen sollten, werden diese auch im neuen ÖV Netz weitergeführt. Alle anderen Linienführungen werden verworfen. In einem zweiten Schritt werden mit dem Verkehrsmodell weitere effiziente und wirtschaftliche Buslinien ermittelt. Optimierungskriterien sind dabei eine hohe Fahrzeugauslastung, wenig erforderliche Umstiege im gesamten Netzwerk und günstige Reisezeiten für Fahrgäste zu ihrem Zielort. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch der Findung von günstigen Umsteigepunkten unter Berücksichtigung der vorhandenen Gegebenheiten.

Mit einer geringeren erforderlichen Busanzahl kann im neuen Netz ein höherwertiges Angebot erzielt werden. Die mittlere Reisezeit für einen Fahrgast im ÖV kann im neuen optimierten Liniennetz um rund 3,5 Minuten reduziert werden. Es ist naheliegend, dass einerseits kürzere Beförderungszeiten und andererseits ein verbessertes ÖV- Linienangebot zu Verkehrsverlagerungen führen und somit Emissionseinsparungen erzielt werden können. Bereits bei einer Steigerung des ÖV- Anteils um 2 % können über 1 Millionen Pkw Fahrten in Istanbul eingespart werden.

 

Ingenieurbüro planma

8010 Graz Obere Teichstraße, 29c

www.planma.at

anton.marauli@planma.at

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